Der Orden

Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland, auch Freimaurerorden genannt, ist eine der traditionsreichsten freimaurerischen Großlogen in Deutschland. Sie wurden 1770 gegründet und hat ihren Sitz in Berlin. Der Orden ist Teil der Vereinigten Großlogen von Deutschland (VGLvD) und gehört damit zur regulären, international anerkannten Freimaurerei.

Seit ihrer Gründung versteht sich die Große Landesloge als ein freimaurerischer Orden mit klarer Struktur, verbindlicher Lehrart und ausgeprägtem ethischem Anspruch. Sie steht in einer gewachsenen historischen Tradition, die eng mit der preußischen Geschichte und dem geistigen Selbstverständnis des 18. und 19. Jahrhunderts verbunden ist.

Historische Entwicklung und preußischer Kontext

Die Entstehung des Freimaurerordens fällt in eine Zeit tiefgreifender geistiger und gesellschaftlicher Umbrüche. Aufklärung, Humanismus und ein neues Verständnis von Verantwortung und Gewissen prägten das Denken dieser Epoche. In Preußen entwickelte sich daraus eine besondere Form der Freimaurerei, die Wert auf Ordnung, Maß, Verlässlichkeit und Pflichterfüllung legte.

Der Freimaurerorden verstand sich von Beginn an nicht als politischer Akteur, sondern als ethische Gemeinschaft, die den einzelnen Menschen zur inneren Reife und zu verantwortungsbewusstem Handeln führen will. Diese Haltung fand auch im preußischen Königshaus Anerkennung und Unterstützung. Mehrere Mitglieder des Hauses Hohenzollern bekannten sich offen zur Freimaurerei und übernahmen Verantwortung innerhalb des Ordens.

Lehrart und Ordnung: Das Schwedische System

Der Freimaurerorden arbeitet nach der Lehrart des Schwedischen Systems. Dieses System zeichnet sich durch ein geschlossenes, in sich aufbauendes Lehrgebäude aus, das die freimaurerische Arbeit in klar gegliederten Erkenntnisstufen entfaltet. Die Arbeit erfolgt in Johannislogen, Andreaslogen und weiterführenden Ordensstufen.

Diese Struktur dient nicht der Abgrenzung, sondern der Vertiefung. Inhalte, Rituale und Symbole werden nicht beliebig vermittelt, sondern entwickeln sich schrittweise. Der Bruder soll Zeit haben, Erfahrungen zu verarbeiten, Erkenntnisse zu gewinnen und die freimaurerische Arbeit in sein persönliches Leben zu integrieren.

Christliche Grundlage – ethisch, nicht konfessionell

Eine Besonderheit des Freimaurerordens ist seine christliche Grundausrichtung. Die Lehre des Ordens bezieht sich ausdrücklich auf das christliche Menschenbild und auf die ethischen Maßstäbe der Lehre Jesu Christi. Der Orden versteht sich in diesem Sinne als christlicher Freimaurerorden.

Dabei ist klar festzuhalten: Die Freimaurerei ist keine Kirche, keine Religion und kein Ersatz für religiösen Glauben. Sie erhebt keinen dogmatischen Anspruch und zwingt keinem Bruder eine bestimmte theologische Auslegung auf. Der persönliche Glaube bleibt Privatsache jedes Einzelnen.

Die christliche Grundlage des Ordens ist ethisch zu verstehen. Sie bildet den Rahmen für Werte wie Nächstenliebe, Verantwortung, Gewissensfreiheit, Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde. Diese Werte sollen im Denken und Handeln des Bruders wirksam werden.

Gemeinschaft und Verantwortung

Der Eintritt in den Freimaurerorden ist mit einer bewussten Verpflichtung verbunden. Er führt in eine Gemeinschaft von Männern, die sich trotz unterschiedlicher Lebenswege in grundlegenden Werten verbunden wissen. Brüderlichkeit bedeutet dabei nicht Gleichförmigkeit, sondern gegenseitigen Respekt, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, füreinander einzustehen.

Die Loge bietet einen geschützten Raum der Sammlung und des Austauschs. Hier soll der Bruder Kraft schöpfen, Orientierung finden und seine innere Haltung festigen – nicht um sich von der Welt abzuwenden, sondern um ihr verantwortungsvoll begegnen zu können.