Das diesjährige Rosenfest unserer Loge Friedrich Wilhelm zur Morgenröte stand ganz im Zeichen von Liebe, Anerkennung und Dankbarkeit für unsere Frauen. Mit diesem traditionsreichen Festakt ehrt die Loge alljährlich die Frauen, Partnerinnen und Mütter der Brüder – jene Menschen, deren Unterstützung, Geduld und Verbundenheit das freimaurerische Wirken in besonderer Weise mittragen.
Im Mittelpunkt der traditionellen Zeremonie im Tempel stand die Liebe als Ursprung menschlicher Verbundenheit und als tragende Kraft jeder echten Gemeinschaft. Ausgehend von christlichen und aufklärerischen Gedanken wurde daran erinnert, dass Achtung, Respekt und Gleichwertigkeit zwischen Mann und Frau zu den wichtigen kulturellen und ethischen Errungenschaften gehören, auf denen auch freimaurerisches Denken aufbaut. Ein besonderer gedanklicher Bogen führte in die Welt des Mittelalters und zur Dichtung Walthers von der Vogelweide. Anhand der mittelalterlichen Minne wurde gezeigt, wie sich Vorstellungen von Liebe, Tugend und Anerkennung wandelten. Während die sogenannte hohe Minne die Frau oft idealisierte und zugleich unerreichbar machte, besang Walther von der Vogelweide eine menschlichere, ehrlichere und gleichwertigere Form der Liebe. Gerade darin liegt bis heute eine zeitlose Botschaft: Wahre Liebe lebt von Augenhöhe, gegenseitiger Achtung und aufrichtiger Anerkennung.
Für die Freimaurerei sind diese Gedanken eng mit der Arbeit am eigenen rauen Stein verbunden. Persönliche Entwicklung, Tugendhaftigkeit und Brüderlichkeit bleiben leer, wenn sie nicht von Liebe, Dankbarkeit und Respekt getragen werden. Das Rosenfest erinnert daher nicht nur an eine schöne Tradition, sondern auch an eine wesentliche Grundlage freimaurerischen Lebens.
Im Anschluss an die Zeremonie kamen die Gäste wie jedes Jahr im Festsaal zusammen. Bei Essen und Getränken, in freundlicher Atmosphäre und bei sommerlich schönem Wetter klang das Rosenfest in geselligem Beisammensein aus.