„Menschen, die zum Handeln, zur Geschäftigkeit geboren sind, können nicht früh genug alles selbst betrachten und erleben.“ Novalis (1772 -1801)
Junge Menschen sind Vordenker und brauchen ein Forum
Novalis, eigentlich Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg, war eine beeindruckende Erscheinung – seiner Jungend zum trotz schlummerte in ihm ein wacher, wissbegieriger und intuitiver Geist. Als einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Romantik ist es vor allem seine Eigenschaft als junger Mann mit wachem Geist, die bis heute begeistert und mitreißt. Der junge Dichter, eigentlich Bergbaubeamter, war bekannt mit einigen Größen seiner Zeit und ein sehr enger Freund von Schiller. Die Tiefgründigkeit und Reife seiner Werke machen eines deutlich: Junge Menschen wollen ernst genommen werden. Sie sind Vordenker in ihrer Zeit und viel freier von Vorurteilen, schlechten Erfahrungen oder engen Denkkorridoren, als ältere Menschen. Sie brauchen gleichwohl ein Forum des Austauschs, in dem sie ihre Jungend nutzen können, aber wo es keine Rolle spielt, wie alt man ist, wo her kommt oder welche Nationalität man hat. Eine Loge kann ein solches Forum sein, in dem man sich als junger Mensch selbst reflektieren und entwickeln kann. Alle Berufe und Ausbildungen sind willkommen, vom Handwerker, über den Studenten, den Krankenpfleger, den Unternehmer bis hin zum Professor.
Eine Loge bietet Selbstidentifikation und Wertesysteme
Es ist die vermutlich treibendste Feder der Adoleszenz, also der Zeit des Erwachsenwerdens, sich selbst zu entwickeln, selbst zu erkennen und verorten zu wollen. Die Frage nach der eigenen Identität und was man daraus macht ist bestimmend in diesen Jahren. Und diese Fragen sind es, die uns eigentlich ein Leben lang beschäftigen sollten, nicht beim Erwachsenwerden. Es sind die gleichen Fragen, die Freimaurer ein Leben lang beschäftigen, „schau in dich“, „schau um dich“, „schau über dich“. Die Logen bieten einen Rahmen, diese Fragen auf besondere Weise zu beantworten oder gar erst das Bewusstsein dafür zu erwecken. Der Freimaurerei gelingt ein besonderer Kniff, der Tradition, Werte- und Tugendsysteme mit dem Individuum verbindet, indem der Freimaurer in der Initiation der Mittelpunkt des gemeinschaftlichen Handelns ist. Der Einzelne soll sich durch die Freimaurerei verbessern, zu seinem Wohle und dem Wohle aller. Sich selbst zu finden und wissen, was man daraus machen kann, ist ein unschätzbarer Wert, den man gar nicht früh genug im Leben erwerben kann.
Eine Loge bietet Gemeinschaft, in der man voneinander lernen kann
Voneinander Lernen ist der wohl wichtigste Punkt der freimaurerischen Geselligkeit. Gerade die jüngeren Brüder erkennen, dass ein enormes Potenzial aus den Logen zu ziehen ist, das im eigenen Leben helfen kann, die eigene Person festigt und stärkt. Das ist nicht nur auf die Inhalte der Freimaurerei bezogen. Auch und vor allem aufgrund der Lebenserfahrung der Älteren und der Tatsache, dass Personen aufeinander treffen, die sich sonst niemals im Leben kennengelernt hätten, beeindruckt immer wieder aufs Neue. Gerade für junge Männer ist das eine besondere Chance: Aus der Erfahrung der alten Lernen und es auf das eigene Leben anwenden. Später geben sie ihre eigenen Erfahrungen weiter.
Fazit: Eine Loge bietet für junge Menschen Selbsterkenntnis, Entwicklung, Austausch und Identität
Eine Loge kann für junge Menschen weit mehr sein als ein Ort der Tradition: Sie ist ein Raum der bewussten Selbstfindung in einer beschleunigten Welt. Wer früh lernt, sich selbst zu hinterfragen, Werte einzuordnen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, gewinnt innere Orientierung und Festigkeit. Die Freimaurerei bietet dafür einen selten gewordenen Rahmen – jenseits von Herkunft, Status oder kurzfristigem Nutzen. In der Verbindung von persönlicher Entwicklung, generationsübergreifendem Austausch und gelebter Gemeinschaft eröffnet sie jungen Menschen die Möglichkeit, sich selbst zu erkennen, zu wachsen und ihren Platz in der Gesellschaft aktiv und reflektiert zu gestalten.
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