Es ist bekanntermaßen ein menschliches Verlangen, sich zusammenzuschließen. Die Aufgabe der Persönlichkeitsfindung oder Selbstfindung gelingt dabei am Besten durch die gegenseitige Hilfe innerhalb der Logengemeinschaft. Toleranz und Humanität werden zwar im großen Kreis gelehrt, im kleinen Kreis aber besser erlernt und geübt. Der Bund ist ein Ausdruck des Verbundenseins, einer Weggemeinschaft und in diesem Sinne eine Gesinnungs- und Erziehungsgemeinschaft.
Als Freimaurerloge versenden wir keine Werbung oder geben keine Annoncen auf. Es ist gute Tradition unserer Loge, dass Interessenten von sich aus auf uns zukommen. Dabei ist es gleichgültig, wie die Kontaktaufnahme stattfindet. Sie können unser Kontaktformular nutzen, eine Email schreiben oder Ihnen bekannte Mitglieder direkt ansprechen. Wichtig ist uns, dass Sie sich und Ihre Beweggründe vorstellen und bereit sind, mit uns in erste Gespräche einzusteigen. Nach einer ersten Kontaktaufnahme wird sich ein Mitglied unserer Loge mit Ihnen in Verbindung setzen und ein erstes unverbindliches Gespräch mit Ihnen vereinbaren.
Sollte das Gegenseitige Interesse nach diesem Erstgespräch vertieft werden, werden wir Sie sehr herzlich zu einem ersten Gästeabend einladen. Dieser findet für gewöhnlich beim ersten Mal in kleinerer und vertrauterer Runde statt. Hier haben Sie die Möglichkeit, einige unserer Brüder kennenzulernen und sich selbst persönlich vorzustellen. In den folgenden Monaten werden Sie schließlich zu Gästeabenden in größerer Runde und allgemeinen geöffneten Veranstaltungen unserer Loge eingeladen. Ziel ist, mit dass Sie mit uns und wir mit Ihnen ins Gespräch kommen.
Die Aufnahme ist eine Initiation, die wir Freimaurer Tempelarbeit nennen. Damit es jedoch soweit kommt, müssen Sie einen Aufnahmeantrag stellen, über den alle Brüder unserer Loge geheim abstimmen. In der Regel dauert es knapp ein Jahr, bis Sie einen solchen Aufnahmeantrag stellen können – ausreichend Zeit, um die Loge, die Freimaurerei und die Brüder besser kennenzulernen. Die Aufnahme zum Freimaurer selbst unterliegt unserem freimaurerischen Geheimnis.
Die Geheimhaltung der Logen muss sich nicht rechtfertigen – Tatsachen bedürfen keiner Begründung. Selbst in den freiesten Staaten und Gesellschaften dieser Welt beharren Freimaurer auf ihrem Geheimnis. Die Geheimhaltung liegt im Wesen der Freimaurerei selbst begründet, das jedem offen steht. Dort, wo sich Menschen über ihre gesellschaftlichen Grenzen von Religion, Konfession, Wirtschaftsverhältnissen oder politischen Einstellungen hinaus treffen, fühlt sich nur derjenige wirklich frei, der sich in einem geschützten Raum unter Seinesgleichen weiß.
Um Mitglied unserer Loge, Friedrich Wilhelm zur Morgenröte in Berlin, zu werden, müssen Sie ein das sein, was traditionell als freier Mann von gutem Rufe bezeichnet wird. Das bedeutet, dass Sie mindestens volljährig sein müssen, einem Beruf nachgehen müssen, durch den Sie sich finanziell selbst versorgen, um selbstbestimmt Leben zu können. Außerdem müssen Sie sich klar zu den Werten der christlichen Freimaurerei sowie der demokratischen Grundordnung unseres Landes bekennen. Sie dürfen in keine kriminellen Machenschaften verwickelt sein. Zudem dürfen Sie kein Mitglied krimineller oder anderer gesellschaftsferner Vereinigungen sein.
Das wichtigste jedoch ist die innere Prüfung an sich selbst. Freiheit, die bei uns ganz groß geschrieben wird, bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Für sich selbst und die Gesellschaft. Das heißt, Sie bereit sein müssen, über den Tellerand hinaus zu schauen und nicht nur egoistisch an sich und Ihre Bedürfnisse denken sollen. Es bedeutet auch, nicht nur einzufordern, sondern auch zu geben. Die Idee einer Loge als Gemeinschaft ist, sich da einzubringen, wo man am besten zum Wohle der Loge beitragen kann. Es wird verlangt, ein aktives und tätiges Mitglied zu sein im Sinne der freimaurerischen Ethik für das „Wahre, Gute und Schöne.“ Familie und Beruf gehen dabei natürlich immer vor. Es geht darum, bereit zu sein, nie auszulernen und stets dazu lernen zu wollen, um sich weiterzuentwickeln. Genau das sollten Freimaurer dann auch in der Gesellschaft umsetzen.